Guter Standort - keine Windräder

Auf dem "Sauberg", für die Pforzheimer die "Büchenbronner Höhe",  weht ein guter Wind. Der Windatlas Baden-Württemberg weist eine Potentialfläche mit einer Windgeschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde in 140 Metern Höhe aus. Die windhöffige Fläche erstreckt sich auf die Gemarkungen Engelsbrand und Pforzheim (Büchenbronn) und liegt unweit des Aussichtsturms Büchenbronner Höhe.

Nach einem Jahr Messung mit einem 101 Meter hohen Messmast hatte der Projektentwickler Juwi sogar eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 6,5 Metern errechnet. Selbst wenn man konservativer nachrechnet, wie Wolfgang Reich dies getan hat, ergab sich noch eine gute Möglichkeit, Windräder der heutigen Generation rentabel zu betreiben. Auch die Messergebnisse in Straubenhardt und Langenbrand (durch einen anderen Projektentwickler) lagen übereinstimmend über den Angaben des Windatlas.

Die Bürger Engelsbrands hatten in einem Bürgerentscheid am 14. Oktober 2012 entschieden, dass die Gemeinde ihr Grundstück zur Errichtung von Windrädern zur Verfügung stellen soll. Diese Entscheidung wurde später nach teilweise heftigen Diskussionen nicht mehr weiter verfolgt. Stattdessen wurden zwei Windräder auf Pforzheimer Seite geplant und das Genehmigungsverfahren nach BImschG durchgeführt.

Rotmilan-Population nimmt zu

Wie die meisten Gemeinden, so hat auch Engelsbrand seine Rotmilane. Deutschland hat für diesen Vogel eine besondere Verantwortung mit einem nennenswerten Anteil an der Weltpopulation. Über die letzten Jahre wurden es mehr Rotmilan-Paare. Eigentlich jagt er im offenen Gelände, nicht im Wald, baut seine Horste aber oft am Waldrand. Möglicherweise durch höheren Revierdruck wich der Rotmilan dann auch in den Wald aus: Kurz vor der Genehmigung wurde ein Horst in geringer Entfernung zu einem der geplanten Windräder entdeckt. Mittlerweise - im Jahr 2017 - sind es mehr als 3 Paare im Umkreis von 3,3 Kilometern, das ist nach den verbindlichen Hinweisen der LUBW das Kriterium für ein Dichtezentrum.

Ergebnis im konkreten Fall: Die Genehmigung der Windräder ist nicht möglich.

Nicht nur in Engelsbrand werden es wieder mehr Rotmilane. Auch bundesweit hat die Zahl der Paare über die Jahre zugenommen, obwohl seit den 90er Jahren immer mehr Windräder errichtet wurden. Faktoren wie zurückgehende Pestizidbelastung sind offensichtlich wichtiger für das Gedeihen der Population als die Schlaggefahr durch Windräder. Während es z.B. vom Steinadler in Deutschland nur noch rund 50 Brutpaare gibt, sind es beim Rotmilan Tausende. Vielleicht wird er eines Tages wieder so zahlreich sein, dass er nicht mehr gefährdet ist.

Kein Bürgerwindpark

Der Standort ist gut, die Stromnachfrage durch die nahe Stadt Pforzheim vorhanden. Die Energiegenossenschaft wollte als Partner von Stadtwerken die Beteiligung von Bürgern an den Windrädern ermöglichen. Diese Planungen wurden im Jahr 2016 endgültig eingestellt.

Was bleibt?

Im genehmigten Vorgriff auf die zu erteilende BImschG-Genehmigung waren die notwendigen Flächen naturverträglich in der winterlichen Vegetationspause gerodet worden. Am einen Standort war zuvor schon eine Wiese, verbleibt jetzt eine erweiterte Lichtung und bietet Pflanzen und Tieren Lebensraum, die in Offengebieten im Wald leben. An beiden Standorten zusammen sind die Rodungsflächen sehr viel kleiner als die Sturmschäden durch den Sturm Lothar im Jahr 1999. Die Sturmflächen von 1999 sind mittlerweile mit mittelhohem, gesundem und standortgerechtem Mischwald bewachsen.

Außerdem bleibt ein windhöffiger Standort. Wenn die Menschen noch länger Windräder zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien brauchen, und darauf deutet alles hin, wird die Abwägung der Notwendigkeiten und Nachteile eines Tages vielleicht auch anders ausfallen. Der Strombedarf jedenfalls bleibt.

Geländemodell

M. Reiff hatte ein Geländemodell des Potentialgebiets erstellt, das die damaligen Planungen verdeutlicht.

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